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Polizei im Wandel der Zeit
(von Polizeihauptkommissar Michael Lindner)
Im Jahr 1834 richtete man auf dem Handels- und Hafenplatz “Rheinschanze” eine Gendarmeriestation mit drei Gendarmen ein. Dieser Platz erhielt am 25. April 1843 den Namen Ludwigshafen. Am 29. April 1843, dem Gründungsdatum der Ludwigshafener Polizei, wurden die Polizeibezirke Rheinschanze, Ankerhof und Hemshof gebildet. Die Gendarmeriestation Rheinschanze verlagerte sich nach Ludwigshafen. Die Gendarmeriemannschaft bestand zu jener Zeit aus einem Brigadier und sechs Gendarmen zu Fuß.
Am 24. Juli 1843 übernahm Wilhelm Saam das Amt des Polizei-Adjudanten, dem bis 1850 Peter Frank und Heinrich Wilhelm Lichtenberger folgten. Ab 29. Juli 1850 versah der Polizeidiener Johann Jakob Röder mit einer selbst gekauften Schelle seinen Dienst.
1852 wurde Ludwigshafen zur selbständigen Gemeinde erhoben; ab 1853 traten an die Stelle der Polizei-Adjudanten königliche-Polizei-Kommissäre bis zum Jahre 1869.
1859 erhob man die Gemeinde Ludwigshafen in die Reihe der Bayerischen Städte: der Bau eines Polizeigerichtsgefängnisses erfolgte 1860 in der Oggersheimer Straße; 1865 ließ sich die Badische Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen nieder und man begann mit dem Bau der Rheinbrücke.
1869 trat die Pfälzische Gemeindeordnung in Kraft. Der Polizeidiener Johannes Rehm war der erste städtische Polizei-Kommissär der 5.000 Einwohner zählenden Stadt Ludwigshafen.
1874 wurde zur Entlastung der Hauptwache eine zweite Polizei-Station in der Hemshofstraße errichtet, die man 1883 in ein Gebäude der BASF verlegte.
1885 wurde der Gendarmerie-Sergeant Georg Klein angestellt, der in seiner neu geschaffenen Stellung eines Polizei-Wachtmeisters den Polizei-Kommissär bei Dienstkontrollen der insgesamt 15 Mann unterstützte. Am 17. November dieses Jahres regte das Königliche Bezirksamt Speyer die Einrichtung eines Detektivinstitutes an.
Am 1. August 1886 übernahm Polizeirat Gustav Hatzfeld die Leitung der Ludwigshafener Polizeimannschaft.
1887 erhielt die Ludwigshafener Polizeimannschaft die Bezeichnung Schutzmannschaft. Die Einführungszeit einer eigenen Kriminalabteilung mit vier Schutzleuten, die sich ab da Kriminalschutzmänner nannten, ist strittig und liegt zwischen den Jahren 1888 und 1890.
1892 erfolgte die Eingemeindung von Friesenheim und die Übernahme der dortigen Polizeistation.
1897 wurde die Ortspolizei reorganisiert, drei weitere Polizeistationen wurden bezogen und sechs zusätzliche Polizeisergeanten eingestellt. Die Anschaffung von Dienstfahrrädern machte die Polizei erstmals mobil.
1899 erhöhte sich die Dienststärke der Schutzmannschaft durch die Eingemeindung von Mundenheim und die Übernahme der dortigen Ortspolizei auf 72 Mann bei 77.819 Einwohnern. 1902 wurde die 8. Polizeistation dem Gebrauch übergeben, die bis dahin bestehende Bewaffnung in Form eines Säbels erweiterte sich je Polizeistation durch drei Revolver. 1908 erhielt der Polizei-Kommissär den Titel “Polizei-Inspektor”.
Mit Beginn des 1. Weltkrieges wurden von den bis dahin 117 Ludwigshafener Schutzleuten 70 zum Heeresdienst einberufen und 41 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr als Hilfsschutzleute verpflichtet.
1918 besetzten französische Truppen Ludwigshafen. Am 1. Dezember 1918 übernahm Polizeirat Probst das Stadtpolizeiamt Ludwigshafen und verfügte über 54 Polizei-Inspektoren, Polizei-Kommissäre, Oberwacht- meister und Sicherheits-Kommissäre.
Ab 1919 gab es beim Stadtpolizeiamt Ludwigshafen eine Steckbriefsammlung. Im Juni 1922 betrug die Einwohnerzahl 100.000 und Ende des Jahres die Arbeitslosenzahl 35.000. Am 23. November besetzten Separatisten Ludwigshafen, die erst am 6. März 1924 wieder abzogen. Die deutsche Polizei entwaffnete man und stellte sie unter französischen Befehl. 1924 erfolgte bei der Schutzpolizei die Einrichtung eines Erkennungsdienstes.
Die ersten zehn Beamten erhielten 1925 eine Fahrschulausbildung.
Im Jahre 1926 wurde die Bayerische Strompolizei Ludwigshafen aufgestellt, die man 1928 in Rheinstrompolizei umbenannte. In dieses Jahr fielen die Gründung der Polizeisportgemeinschaft e.V. Ludwigshafen und die Anschaffung einer Beiwagenmaschine zur besseren Verkehrskontrolle.
Am 4. Dezember 1929 erfolgte die Verlegung der Polizeihauptwache, der Fahndungsabteilung und der Verkehrskontrolle von der Ludwigstraße in die Amtsstraße.
Am 27. Mai 1930 rückte die Bayerische Landespolizei mit 300 Mann in die Knoll-Kaserne ein. Die Verstaatlichung erfolgte am 4. Dezember 1930. Die Polizeidirektion Ludwigshafen wurde errichtet, und es begann der Umbau des ehemaligen Bezirkskommandogebäudes in der Wittelsbachstraße 3, das am 3. November 1931 bezogen wurde.
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten trat 1936 das Reichspolizeigesetz in Kraft. Das neu geschaffene Reichskriminalpolizeiamt Ludwigshafen war ab 1938 überörtlich für die gesamte Pfalz bei Sonderfällen zuständig.
1937 wurde die Polizeidirektion Ludwigshafen Polizeipräsidium; die Schutzpolizei trug einheitliche grüne Uniformen.
1938 erfolgte die Umwandlung der bisherigen Polizeiwachen in fünf Polizeireviere. Am 1. April dieses Jahres erfolgte die Eingemeindung von Oppau, Oggersheim, Maudach und Rheingönheim; zwei Hundertschaften der bayerischen Polizeischule Fürstenfeldbruck bezogen den Jahnsaal in Friesenheim, der als Polizeiunterkunft hergerichtet wurde.
Nach Beginn des 2. Weltkrieges und zahlreichen Abordnungen für den auswärtigen Einsatz kam es zur Bildung einer Polizeireserve, einer Polizei-Wachkompanie und der Luftschutzpolizei.
1942 umfasste die Schutzpolizei Ludwigshafen 14 aktive Offiziere, 19 Reserveoffiziere und über 200 Wachtmeister, die überwiegend an verschiedenen Kriegsschauplätzen eingesetzt waren.
Nach erfolgter Stadtübergabe an die Amerikaner am 23. März 1945 kamen Polizeipräsident Antz und seine wenigen uniformierten Mitarbeiter in Gefangenschaft; die Ludwigshafener Polizei wurde zu einer kommunalen Behörde, die dem Oberbürgermeister unterstellt war. Die Schutzpolizei trug ab diesem Zeitpunkt blaue Uniformen mit der Ärmelaufschrift "Polizei Ludwigshafen"; ein Kripo-Bereitschaftsdienst wurde eingerichtet. Am 1. August 1945 kam es bei den acht Polizeistationen und den sechs Kripo-Außenstellen zur Einführung des "Rund-um-die-Uhr"-Dienstes.
Bereits am 1. April 1946 wurde die Ludwigshafener Polizei wieder verstaatlicht; der Personalbestand betrug 284 Beamte bei der Ortspolizei, 32 Kriminalpolizeibeamte und 13 bei der Verwaltungspolizei, die von 79 männlichen und weiblichen Angestellten unterstützt wurden.
1949 erhielt Ludwigshafen eine weibliche Kriminalpolizistin.
1951 begann die Zentralisierung der Kriminalpolizei im Dienstgebäude in der Wittelsbachstraße.
1952 wurde Regierungsrat Dr. Adolf Hartmann neuer Polizeipräsident, nachdem die Polizeidirektion wieder in ein Polizeipräsidium umbenannt wurde.
1960 erfolgte die Gründung der IPA-Verbindungsstelle Ludwigshafen.
1967 wurde die Einsatzleitstelle im Polizeipräsidium eingerichtet.
Ab 1969 verrichtete der Kriminaldauerdienst rund um die Uhr Dienst. 1972 nahmen die ersten 12 Politessen ihren Dienst auf.
1974 wurde Regierungsdirektor Hans-Otto Balmes neuer Polizeipräsident in Ludwigshafen.
Die Bezeichnung "Polizeirevier" änderte sich am 1. Oktober 1974 im Rahmen einer landesweiten Umorganisation in "Schutzpolizeiinspektion". Das Verkehrskommando wurde durch die Verkehrsinspektion ersetzt, die sich 1975 in einem angemieteten Gebäude in der Halbergstraße 12 einrichtete. Die Abteilung Kriminalpolizei gliederte sich ab diesem Zeitpunkt in Kriminalpolizeiinspektionen und Kommissariate.
Ab 1976 verfügte das Polizeipräsidium Ludwigshafen für die annähernd 100 Einsatzfahrzeuge über eine eigene Schlüsseltankstelle. Am 6. Mai 1976 fand die Gründungsversammlung des Vereins für Polizeigeschichte Ludwigshafen am Rhein e.V. statt. Am 1. Juli 1976 begann die bundeseinheitliche Neuuniformierung der Schutzpolizei, die ab diesem Zeitpunkt moosgrüne Jacken und beigefarbene Hosen trug.
Am 1. November 1978 wurde der Revierdienst, später Bezirksdienst, eingerichtet. Es gab nur noch drei Schutzpolizeiinspektionen mit zwei Tageswachen und die Verkehrsinspektion.
1983 erfolgte der erste Spatenstich zu dem ersten Erweiterungsbau des Polizeipräsidiums, dem die Sanierung des Hauptgebäude folgte.
1984 wurde bei der Schutzpolizei im Rahmen eines Pilotprojektes der Fünf-Schichten-Dienst eingeführt. Im selben Jahr trat Otfried Baustaedt die Nachfolge von Polizeipräsident Balmes an.
Nach Fertigstellung des ersten Erweiterungsgebäudes im November 1986 erfolgte die Inbetriebnahme einer neuen, technisch hochmodernen Führungs- und Lagezentrale. Auch die Schutzpolizeiinspektion 1 verlegte ihren bisherigen Sitz vom Hauptgebäude in den neuen Erweiterungsbau in der Beethovenstraße. Eine einschneidende Veränderung vollzog sich im Jahre 1986 mit der Reform des rheinland-pfälzischen Polizeiverwaltungsgesetzes. Die Abteilung Verwaltungspolizei wurde aufgelöst; ihre Aufgaben wurden von nun an von der Stadtverwaltung wahrgenommen, wohin 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Ende des Jahres wechselten.
1987 ging die Überwachung des ruhenden Verkehrs auf die Stadtverwaltung über. In diesem Jahr wurde im Herbst erstmals weibliche Nachwuchskräfte als Polizeianwärterinnen bei der Bereitschaftspolizei des Landes Rheinland-Pfalz eingestellt.
Anfang Februar 1988 erfolgte im Rahmen eines Pilotprojektes der rheinland-pfälzischen Polizei eine auf ein Jahr befristete probeweise Aufgabenübertragung der abschließenden Bearbeitung bestimmter Straftaten von der Kriminalpolizei zur Schutzpolizei. Die Bearbeitung von Ladendiebstählen, Fahrraddiebstählen, Unterhaltspflichtverletzungen und anderes - Delikte der Kleinkriminalität - erfolgte von da an durch die Abteilung Schutzpolizei, um die Kriminalpolizei zu entlasten. Im April 1988 erfolgte die Ausdehnung der erweiterten Zuständigkeit der Kriminalpolizei vom Polizeipräsidium Ludwigshafen bei der Verbrechensbekämpfung auf die Zuständigkeitsbereiche der Polizeidirektion Landau und der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße.
Am 1. März 1989 wurde die Polizeiwache in der Geibelstraße aufgelöst; es erfolgte der Umzug in die neugeschaffene Wache in der Brunckstraße.
Am 1. Juli 1989 kam es zum Abriss des im polizeiinternen Sprachgebrauch "Gummiknüppelbau" genannten Wohnblocks in der Beethovenstraße, um Platz für den zweiten Erweiterungsbau beim Polizeipräsidium Ludwigshafen zu schaffen, dessen Errichtung unmittelbar danach erfolgte.
Ab Juli 1989 führten die Stadtverwaltung und die Polizei Ludwigshafen gemeinsame Kontrollen zur Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs durch.
Beim zweiten Erweiterungsbau des Polizeipräsidiums Ludwigshafen konnte am 12. Januar 1990 Richtfest gefeiert werden.
In der Zeit vom 26. Juli bis 18. September 1990 hatte die gesamte Polizei von Rheinhessen-Pfalz anläßlich des Abtransportes von den in Clausen gelagerten Giftgasgranaten einen der spektakulärsten Einsätze zu bewältigen. Der letzte Schienentransport verließ am Abend des 18. September 1990 den Bereich Ludwigshafen, und der Einsatz "Lindwurm" war beendet.
Die ersten Polizeibeamtinnen nahmen am 10. September 1990 vorübergehend im Ludwigshafener Polizeipräsidium ihren Dienst auf; sie wurden im Bereich des Objektschutzes eingesetzt.
Die Neuorganisation der Kriminalpolizei bei den Polizeipräsidien führte zum Jahresbeginn 1991 zur Einrichtung der neuen Kommissariate 12, 13 und 22, zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder, der Organisierten Kriminalität und der Umweltkriminalität. Der Ausbruch des Golfkrieges am 17. Januar 1991 belastete den "normalen" Dienstbetrieb durch zusätzliche umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen und zahlreiche Objekt- und Personenschutzmaßnahmen bis in den Raum Westpfalz.
Am 1. März 1991 folgte im Polizeipräsidium durch das rheinland-pfälzische Innenministerium die Eröffnung der Wanderausstellung “Rheinland-Pfalz baut für seine Polizei” zur Information über abgeschlossene Bauprojekte bei verschiedenen Polizeibehörden des Landes. Gleichzeitig wurde der fertiggestellte zweite Erweiterungsbau beim Polizeipräsidium in der Beethovenstraße seiner Bestimmung übergeben.
Am 1. September 1991 nahmen die ersten vier Polizeibeamtinnen ihre dienstliche Tätigkeit im Wechselschichtdienst beim Polizeipräsidium Ludwigshafen auf.
Als erster Polizeivollzugsbeamter, den man mit der Leitung eines Polizeipräsidiums in Rheinland-Pfalz betraute, trat am 11. Dezember 1991 Kriminaldirektor Berthold Wagner die Nachfolge von Otfried Baustaedt als neuer Polizeipräsident an.
Mitte des Jahres 1992 begann die Planungsphase im Hinblick auf die im Jahr 1993 bevorstehende Neuorganisation der rheinland-pfälzischen Polizei.
1992 erreichten die von der Schutz- und Kriminalpolizei bearbeiteten Straftaten den bislang absoluten Höchststand von 14.484 Straftaten.
Diese Kurzform der Ludwigshafener Polizeigeschichte soll an einige markante Meilensteine in der Entwicklung der Ludwigshafener Polizei erinnern. Ein ausführliches Nachlesen dieser langen Geschichte bis zum Jahr 1984 ist in dem Buch “Am Anfang stand der Königlich-Bayerische Gendarm” möglich, das im Jahre 1986 vom Verein für Polizeigeschichte Ludwigshafen e.V. erstellt wurde und in der Pfälzischen Verlagsanstalt GmbH in Landau mit großzügiger Unterstützung der Stadtsparkasse Ludwigshafen, der BASF AG, der Stadt Ludwigshafen und der Daniel Theyson Stiftung erschienen ist. Autor war Erster Kriminalhauptkommissar a.D. Joseph Raith, der dem Polizeipräsidium Ludwigshafen lange Jahre angehörte und am 20. August 2006 im Alter von 91 Jahren verstorben ist.
Die folgende Ergänzung wurde verfasst von Kriminalhauptkommissar Volker Klein
Neue Organisation erhöht die Leistungsfäigkeit der Polizei
Die Zeit der Diskussionen und Vorbereitungen war am 1. September 1993 vorbei. Seit diesem Tag stand die neue Organisation der Polizei in Rheinland Pfalz. Die bis dato neun selbständigen voneinander unabhängigen Organisationsgebilde der Polizei der Vorder- und Südpfalz wurden damals vereint unter dem Dach des neugebildeten “Polizeipräsidium Rheinpfalz” mit Sitz in Ludwigshafen. Die damals deutlichsten “äußeren” Zeichen der Neuorganisation in Ludwigshafen waren u.a. der Wegfall der Polizeiinspektion Mundenheim sowie der Kriminalinspektion Speyer und die Umwandlung zur Polizeiwache in Maxdorf.
Die Reform brachte in dem rund eine Million Einwohner umfassenden Gebiet eine ganze Reihe weiterer zum Teil sehr einschneidender organisatorischen Änderungen, deren Sinn und Auswirkung konträr diskutiert worden waren. Der damalige Polizeipräsident Berthold Wagner, Chef des alten Ludwigshafener Präsidiums und auch der neuen, größeren Polizeibehörde ließ keinen Zweifel daran, dass sich die Leistungsfähigkeit und Schlagkraft der Polizei erhöhte. Er begründete dies so:
“Polizeiorganisation ist die Antwort auf vorhandene Strukturen und orientiert sich an der Aufgabenstellung, Sicherheit zu produzieren, Gefahren abzuwehren, Störungen zu beseitigen und optimale Verkehrsabläufe sowie Strafverfolgung zu gewährleisten. Die Organisationsform muss sich richten nach einsatztaktischen, verkehrs- und kriminalgeografischen Gegebenheiten unter Berücksichtigung der sonstigen gesellschaftsstrukturellen Umstände. Dies konnte die bisherige Struktur nicht immer leisten, obwohl völlig außer Frage stand, dass der vorderpfälzische Raum mit Schwerpunkt Ludwigshafen im vorgenannten Sinn als überragend einheitlich zu betrachten ist!”
Das neugeschaffene “Polizeipräsidium Rheinpfalz” gliedert sich in fünf nachgeordnete Fach- und Regionaldirektionen, die wiederum in Fach- und örtliche Einheiten aufgeteilt sind. Die beiden Fachdirektionen sind die Kriminaldirektion und die Verkehrsdirektion mit den angegliederten Autobahnstationen in Ruchheim und Wattenheim. Daneben gibt es die Polizeidirektionen Landau, Ludwigshafen und Neustadt als Regionaldirektionen.
Der Zuständigkeitsbereich der neuen Polizeidirektion Ludwigshafen unterscheidet sich erheblich vom alten Präsidium. Er deckt den Raum Frankenthal, Ludwigshafen-Stadt, Ludwigshafen-Land und Speyer ab. An die Direktion angegliedert sind zunächst die Kriminalinspektion Ludwigshafen, die beiden Ludwigshafener Polizeiinspektionen (PI`en) 1 (Sitz im Polizeipräsidium) und 2 (Sitz in Oppau mit der Wache Oggersheim und der Diensthundestaffel), die PI Frankenthal mit der Polizeiwache Maxdorf sowie die PI´en Schifferstadt und Speyer.
Der Neuordnung zum Opfer fiel die Inspektion Mundenheim.
“Das bringt keine Verschlechterung für diesen Bereich”, war sich Polizeipräsident Berthold Wagner sicher. “Im Gegenteil: Die Beamten, die bisher an die Wache gebunden waren, stehen nun für den Einsatz zur Verfügung.”
Mundenheim, Gartenstadt, Rheingönheim und Maudach werden seither von der PI LU 1, übrigens der jetzt größten Inspektion in Rheinland-Pfalz, betreut. Die Polizei blieb auch weiterhin über Tag in Mundenheim präsent. Die Unfallsachbearbeitung der PI LU 1 siedelte sich dort an, dazu kamen die Bezirksbeamten und als weitere Ansprechpartner sogenannte Tagesdienstbeamte.
Die gesamte Verwaltung des Polizeipräsidium Rheinpfalz sollte sukzessive zentralisiert von Ludwigshafen aus erfolgen. Einzelne Aufgabenbereiche wurden aber auch ausgelagert, wie z.B. die Bußgeldstelle, die von Speyer aus ihre Knöllchen verteilt. Grundsätzlich musste durch die Zentralisierung das Verwaltungspersonal im Polizeidomizil an der Wittelsbachstraße gemehrt werden, sozial verträgliche Personalumsetzungen waren unumgänglich.
Mit dem Inkrafttreten der Reform am 1.9.93 zählte das Polizeipräsidium Rheinpfalz insgesamt 1500 Polizeibeamte.
Am großen Wurf der Reform, dass nämlich der vorderpfälzische Raum in Sicherheitsfragen von einer Polizeibehörde betreut wird, dass dies ausreichendes Kräftepotential und Flexibilität in der Reaktion auf polizeiliche Lagen aller Art gewährleistete, sollte sicherlich nicht mehr gerüttelt werden. Dennoch sollte die neue Struktur nach den Erfahrungen der ersten beiden Jahre auf den Prüfstand kommen und nach eventuellen Detailänderungen endgültig festgeschrieben werden.
Fortschreibung der Polizeireform
Auch beim Polizeipräsidium Rheinpfalz traten am 15. Mai 1997 Änderungen der rheinland-pfälzischen Polizeiorganisation in Kraft. Während sich diese Organisationsänderungen bei den Polizeidirektionen Landau und Neustadt/Weinstraße auf einige die innere Struktur der Kriminal- und Polizeiinspektionen betreffende organisatorische Gegebenheiten beschränkten, ergaben sich für den Bereich Ludwigshafen, Frankenthal und Speyer doch erhebliche Neuerungen.
So wurde die Kriminaldirektion des Präsidiums, bislang ausschließlich zuständig für die Bekämpfung von Schwerstkriminalität im gesamten Präsidialbereich, mit der örtlichen Kriminalinspektion zu einer Dienststelle zusammengefügt. In Speyer wurde wieder eine eigene Kriminalinspektion eingerichtet.
Seither besteht die Kriminaldirektion im Bereich der Polizeidirektion Ludwigshafen aus drei Inspektionen:
- der Zentralen Kriminalinspektion (ZKI), deren präsidialweite Aufgabe die Bekämpfung der Schwerstkriminalität, insbesondere der organisierten Kriminalität ist,
- der Kriminalinspektion Ludwigshafen (KI LU), die mit ihren Kommissariaten zuständig ist für die Bekämpfung der örtlichen Kriminalität in den Städten Ludwigshafen, Frankenthal und dem nördlichen Teil des Landkreises Ludwigshafen, und
- der Kriminalinspektion Speyer (KI SP), der die vergleichbare Aufgabe in Speyer und dem südlichen Landkreis Ludwigshafen übertragen worden war.
Bedeutsam für diese sogenannte Re-Neuorganisation ist auch, dass den Polizeiinspektionen ein Anteil von ca. 55 Prozent insbesondere der örtlichen Straßen- und Massenkriminalität zugeschlagen worden war.
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